Microsoft hat aufgehört, gegen Linux zu kämpfen – jetzt baut es es

Indeks
  1. WSL
    1. Linux-Apps in Windows nutzen
  2. Azure Linux
    1. Microsofts eigens entwickelte Linux-Distribution
  3. Microsoft zeigt, wie man Linux installiert
    1. Eine überraschende Wende
  4. Microsoft unterstützt Linux in der Cloud
    1. 60% ihrer Kunden können nicht irren!
  5. Microsoft fördert Open-Source-Entwicklung
    1. Von Windows-Rechnern zu alten DOS-Versionen: das Unternehmen veröffentlicht zahlreiche Open-Source-Projekte
    2. Wende in der Windows-Linux-Rivalität

Microsoft, einst vehement gegen Linux, hat sich überraschend zum Unterstützer der Open-Source-Community gewandelt und bietet mit WSL eine Plattform für Linux-Apps unter Windows.

Jahrelang tobte der Kampf zwischen Microsoft und Linux. Microsoft schloss Linux aus, während Linux-Anhänger munter die Schwächen von Windows beleuchteten. Doch die Zeiten änderten sich. Microsoft hat sich zum unerwarteten Unterstützer seines einst größten Rivals entwickelt: Linux und die Open-Source-Community. Wie kommt's dazu?

WSL

Linux-Apps in Windows nutzen

MS bietet Linux durch das Windows Subsystem für Linux (WSL) eine beachtliche Plattform. Damit lassen sich Linux-Programme unter Windows ausführen, ohne die Umständlichkeit eines Dual-Boot-Systems.

Zuerst auf Kommandozeilenanwendungen beschränkt, können mittlerweile auch Linux-GUI-Apps, ob X11 oder Wayland, auf Windows laufen. Warum öffnet Microsoft die Tür für Konkurrenzsoftware? WSL könnte ein Versuch sein, Entwickler zurückzugewinnen. Immer mehr Cloud-Entwickler nutzen Linux-Server anstelle von Microsofts Tools.

WSL1 übersetzte Linux-Systemaufrufe, aber WSL2 arbeitet mit einem kompletten Linux-Kernel, für mehr Leistung.

Für Linux-Neulinge ist WSL ein idealer Einstieg. Lernen Sie die Kommandozeile, ohne Neustarts wie bei Dual-Boot. Zudem minimiert WSL die Hardwareprobleme, da viele Geräte besser mit Windows harmonieren.

Azure Linux

Microsofts eigens entwickelte Linux-Distribution

WSL-Nutzer können aus zahlreichen beliebten Distributionen wählen. Microsoft hat hinzugefügt: Azure Linux. Kürzlich ausprobiert, soll es Cloud-Server unterstützen – benannt nach dem Cloud-Service des Unternehmens.

Das Spiel um WSL zeigt: Linux dominiert die IT-Welt, nicht Windows. Während Windows-Server existieren, dienen sie oft nur zur Ausführung überholter Microsoft-Anwendungen.

Azure Linux eignet sich nicht für Desktop-Nutzer, ist aber eine solide Basis für Container-Experimente.

Aber Azure ist nicht das einzige Linux-System von Microsoft. Auch das auf Debian basierende SONiC-Netzwerkbetriebssystem ist erhältlich. Diese Distribution wurde für Container entwickelt und wird mittlerweile von der Linux Foundation betreut.

Microsoft zeigt, wie man Linux installiert

Eine überraschende Wende

Microsoft sprach in den 2000er Jahren abfällig über Linux, bezeichnete es als "Kommunismus" und "Krebs". Jetzt veröffentlichen sie Anleitungen, wie man Linux von ihrer Website installieren kann.

Microsoft empfiehlt WSL für Neuinstallationen und argumentiert, dass die Nutzung virtueller Maschinen oder vollständiger Systeme komplizierter sei.

Microsoft unterstützt Linux in der Cloud

60% ihrer Kunden können nicht irren!

Ein Grund für die Entwicklung von Azure Linux war es, eine standardisierte Umgebung für Container in der Cloud bereitzustellen.

inklusive Azure-Cloud-Computing-Service.

Ein Blick auf Microsofts Einnahmen zeigt den Wandel: Statt Lizenzen für Office und Windows zu verkaufen, setzt das Unternehmen jetzt auf Abonnements. Monatliche Gebühren statt neuer Versionen alle paar Jahre – so funktioniert die Tech-Branche heute.

Amazon hat eine gewaltige Präsenz im Cloud-Computing. Dennoch fühlen sich einige Geschäftsleute bei Microsoft besser aufgehoben. Früher hieß es: "Niemand wurde je gefeuert, weil er IBM gekauft hat." Mit Microsofts Dominanz scheint sich dieses Gefühl übertragen zu haben.

Überraschend ist, wie viele Arbeitslasten nicht auf Windows Servern, sondern auf Linux betrieben werden.

Microsoft schätzt, dass über 60 % der Azure-Lasten Linux-basiert sind. Während der IBM PC in den 80ern den Personal Computer definierte, könnte Microsoft dasselbe für die Linux-basierte Cloud tun.

Microsoft fördert Open-Source-Entwicklung

Von Windows-Rechnern zu alten DOS-Versionen: das Unternehmen veröffentlicht zahlreiche Open-Source-Projekte

Einst das Sinnbild proprietärer Software, hat Microsoft sich zum wichtigen Unterstützer von Open Source gewandelt. Der Kauf von GitHub zeigt den ernsthaften Willen, die Open-Source-Entwicklung zu fördern – trotz der Zuverlässigkeitsprobleme der Plattform. Eine Übersicht seiner Open-Source-Projekte findet sich auf der Website.

Microsoft veröffentlicht nicht nur Spielereien oder Retro-Betriebssysteme als Open Source. Auch das .NET-Framework und WSL sind Open-Source-Projekte. Selbst der Windows-Rechner ist jetzt Open Source. Eine bemerkenswerte Wende im Vergleich zu den 70ern, als Bill Gates über Benutzer von Altair BASIC klagte, die nicht zahlten, in seinem "Offenen Brief an Hobbyisten."

Die Liste der Open-Source-Projekte ist beeindruckend; selbst ich war überrascht, was alles verfügbar ist. Das Windows Terminal, ein täglicher Begleiter, ist ebenfalls Open Source.

Warum bietet Microsoft so zentrale Komponenten als Open-Source an, nachdem es früher das strikte Abschotten und "Umarmen und Erweitern" prägte? Es ist ein Zeichen der Zeit. Open-Source schafft Vertrauen. Wie Steven Vaughn-Nichols in The Register schrieb, ist Microsoft nun effektiv ein Linux- und Open-Source-Unternehmen.

Nicht nur unterstützt Microsoft die Open-Source-Entwicklung, sondern hat auch eigene Projekte wie die C#-Sprache und MS-DOS 4.0 als Open Source veröffentlicht.

Wende in der Windows-Linux-Rivalität

Stranger Things haben die Tech-Welt erlebt, als Microsoft ein Befürworter von Linux und Open-Source-Software wurde. Was Microsoft in Zukunft mit Linux plant, bleibt spannenden Stoff.

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